Frauen LEM 2013

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Eine tolle Werbung für das Damen/Mädchenschach

14.-16. Juni 2013 - Offene Schleswig-Holsteinische und Hamburger LEM der Frauen in Mölln

Bereits zum dritten Mal nahm ich an diesem Frauen-Event teil, welches sehr liebevoll von Britta Leib und ihrem Team organisiert wird.

20 Damen waren zwischenzeitlich gemeldet und ich fand mich nach Elo auf dem 5. Startplatz wieder.

Mit einer Erwartungshaltung von 50 % und wenig Selbstvertrauen zu meinem derzeitigen schachlichen Leistungsvermögen wollte ich einfach ein schönes Wochenende mit Freunden erleben und spannende Partien sehen. Mir war bewusst, jeder Punkt muss hart erkämpft werden und zwei Doppelrunden plus 3 Stunden Rückfahrt nach Berlin am späten Sonntagabend würden mich an meine physischen Grenzen bringen und Montag warteten wieder wichtige Termine im Job, also hieß es, das Turnier gut vorbereiten!

Wie im letzten Jahr plante ich die Reise mit Katrin Dämering und Ina Gottschall. Ein gemeinsames, preiswertes Quartier in Spielortnähe war für die 5 Damen aus Sachsen schnell gesucht. Gemeinsames Frühstück war als Selbstversorger kein Problem, Ina hatte sich schon in Braunfels angeboten, einen Bäcker zu finden. Leider sagte Petra Handrick-Morgenstern noch kurzfristig wegen Erkrankung ab.

Katrin kam am Donnerstagabend nach Berlin und so konnte ich ganz entspannt als Fahrerin am Freitag die dreistündige Reise nach Mölln mit ihr antreten.

Vor der Runde am Abend begrüßten wir Till Eulenspiegel auf dem Marktplatz, denn die Streicheleinheiten hatten uns auch 2012 ein gutes Turnierergebnis mit Platz 2 und 3, gebracht.

1. Runde: Katrin gewann sicher gegen die 87-jährige Elfriede Wiebke, wir hatten bereits am Nachmittag unser Schätzerlebnis des Alters fitter älterer Damen mit der Pensionswirtin hinter uns.

Mich traf es gleich mit älterem Nachwuchs, Caroline Franke aus Grimma. Caroline war mit uns in Seiffen und natürlich war das ein psychologisches Spielchen am ersten Abend. Um 23 Uhr machte ich den mühsam erkämpften Punkt und es war schon zu sehen, das von Caroline mit einer DWZ von 1154 noch einiges im Turnier zu erwarten war. Nach der Runde wollte Caroline noch unsere Partie mit dem Schiedsrichter Wolfgang Krüger analysieren und so fanden wir erst nach Mitternacht unser Bett und eine ziemlich lange schlaflose Nacht. Aber Katrin und ich trafen in Runde 2 aufeinander, genauso wie Britta und Ina.

Katrin und Britta gewannen ihre Partien nach viel Gegenwehr und beim Spaziergang durch den Kurpark von Mölln wollte ich eigentlich nur eins, keine weitere Partie gegen Sachsen. Was brachte die Auslosung? Ina! Ich nahm das Remisangebot nach einer guten Stunde von Ina an, wich einer 5-stündigen Marathonschlacht an diesem Nachmittag aus. Caroline gewann ihre 2. Partie und so fand sie sich in der Tabelle vor Ina und mir nach 3 Runden ein.

Nach einem gemütlichen Abend in der Pizzeria ohne Herrn Goethe (liebe Grüße an dieser Stelle an Anne Pührer - 2011 Bad Oldesloe ließ grüßen) und einem besonderen Spaziergang zu Till Eulenspiegel und vielen Fotos mit Mahbuba durch die nächtliche Altstadt von Mölln folgten am Sonntag die letzten beiden Runden. Jade Schmidt aus Hamburg gewann in einer überzeugenden Partie gegen Katrin nach 5 Stunden. Alle rückten wieder näher zusammen und Ina zeigte Nerven, nach dem sie sich so schön ins Spiel gegen Lisa Zimmermann zurückgebracht hatte.

Mit 2,5 Punkten aus 4 Partien hatte ich mein Ziel erreicht, ich musste nicht auf's Ganze gehen, denn die Plätze auf dem Treppchen schienen schon vergeben. Eine Punkteteilung in der letzten Runde gegen eine stärkere Gegnerin war aber mein Ziel.

Auf allen anderen Brettern flogen die Fetzen. Für die Zuschauer gab es wahre Krimis auf dem Brett. Britta tat sich schwer gegen Caroline, aber der Opfer waren dann vielleicht doch zu viel.

Jade Schmidt gewann sehr mutig mit "vergiftetem weißem Ross" gegen Anke Freter. In diesem Hotel hatte Jade übernachtet…., den Glücksjoker gezogen. Aber sie überzeugte genauso wie Katrin mit sehr beeindruckenden Siegen.

20 Uhr verabschiedeten wir uns beim Veranstalter mit dem Gefühl, wir kommen wieder, sind 2014 wieder in Mölln dabei.

Herzlichen Dank für die besonderen Schachtage an Britta und alle männlichen Helfer. Für mich war es die 100. Turnierauswertung und ich kann mit meinem Erfahrungsschatz als Dame nur bestätigen, es ist eines der liebevollsten Damenturniere, die ich in meinem 38-jährigen Schachleben gespielt habe.

Ähnliches in Dresden selbst auf die Beine zu stellen, nahmen wir als Gedanken mit und wir freuen uns sehr auf die nächsten ereignisreichen Schachtage in drei Wochen in Moritzburg, denn wir sind alle wieder da und noch ein paar mehr.


Gruppenfoto vor der 4. Runde

Simone Frübing

- Link zu den Ergebnissen

Bericht von Britta Leib

Bereits zum dritten Mal nach 2008 und 2012 war die Schachsparte der Möllner Sportvereinigung von 1862 e.V. Ausrichter für die Frauen-LEM. Diese wurde wieder gemeinsam von Schleswig-Holstein und Hamburg als Offene Landesmeisterschaft ausgetragen. Es gingen 18 Spielerinnen an den Start (6 aus Schleswig-Holstein, 7 aus Hamburg, 4 aus Sachsen und 1 aus dem Saarland). Dieses Turnier hatte sogar etwas internationales Flair, so waren doch Spielerinnen mit bolivianischen und afghanischen Wurzeln dabei. Und wer wusste schon, dass die FIDE-Kennung SUR = Suriname bedeutet?

Die Terminwahl Mitte Juni erwies sich im Nachhinein als etwas unglücklich, da der SVSH an seinem bis dato offensichtlich noch nicht veröffentlichten Termin für die Landeseinzelmeisterschaft am 14.06.2013 im Schnellschach festhielt, was zur Folge hat, dass die Frauen an einem anderen Termin ihre Landesmeisterin im Schnellschach ermitteln müssen.

Der Ausrichter um den Spartenleiter Mike Schlüter präsentierte wieder ein hervorragendes Turnier. Die angenehme Turnieratmosphäre im schönen Spiegelsaal (Gymnastikraum) der Turnerinnen, das Buffet mit belegten Brötchen, selbst gebackenem Kuchen und Getränken zum Nulltarif waren für einige Spielerinnen völlig neu und wurde dankbar angenommen. An dieser Stelle sei auch erwähnt, dass Sabine Herrmann unbedenklich ihre brave Hündin mitbringen konnte und dass Wolfgang Krüger zur Freude aller jeder Spielerin die Analyse anbot, was auch reichlich in Anspruch genommen wurde. Beim abendlichen gemeinsamen Zusammensein am Samstag in der Pizzeria Pinocchio dankte der Hamburger Frauenreferent, Christian Zickelbein, dem Ausrichter für die vorzüglichen Bedingungen.

Mit teilweise 3 Schiedsrichtern (Wolfgang Krüger, Martin Reinke und Rüdiger Schäfer) hatten wir auch genüg Kompetenz für etwaige Streitfälle vor Ort. Aber auch bei diesem Frauenturnier gab es, wie eigentlich immer, nichts zu schlichten.

In den ersten 3 Runden gab es keine spektakulären Ergebnisse; meistens setzte sich die favorisierte Spielerin durch.
In der 4. Runde kam es zum Schleswig-Holsteinischen Spitzenduell zwischen Anke und mir. Ich schaffte es einmal mehr, bereits nach 15 Zügen die Partie zu vermasseln. An Brett 1 spielte Jade eine positionell starke Partie im Wolga-Gambit gegen Katrin D. und knackte letzten Endes den schwarzen Königsflügel. Lisa spielte gegen Ina eine Superpartie. Nach dem Qualitätsgewinn verlor sie den Faden und Ina stand mit 3 Mehrbauern am Damenflügel auf Gewinn, verlor dann aber auf Zeit.
In der 5. Runde gewann Jade das Spitzenspiel gegen Anke. Nachdem sie sich eine Gewinnstellung erarbeitet hatte, stellte sie einzügig einen Springer ein, den Anke einfach nur nehmen musste, allerdings mit der richtigen Figur. Der Zug war offenbar so skurill, dass Anke ihre Chance nicht wahrnahm; stattdessen verlor sie die Qualität und später die Partie. Katrin erkämpfte sich mit ihrem gewohnten Kampfgeist und Spielwitz ebenso den Sieg und sicherte sich dadurch Platz 2 in der Gesamtwertung. Am 3. Brett kam ich mit etwas Glück in Vorteil, nachdem sich Caroline veropfert hatte. In der letzten Partie des Turniers wurde lange und hart gekämpft. Nachdem Angelika schon auf der Siegerstraße war, sah sie nicht den doch recht einfachen Gewinnweg und verlor anschließend das Endspiel.

Zur Siegerehrung gab es wieder wunderschöne Glaspokale für die jeweils 3 Besten aus Schleswig-Holstein und Hamburg mit eingraviertem Wappen des jeweiligen Bundeslandes. Ebenso spendierte der Bezirk Ost einen prall gefüllten Präsentkorb für die beste Spielerin des Bezirks, den die Turnierleitung spontan in einen Preis für die älteste Teilnehmerin umwandelte. Es hat nicht nur mich enorm beeindruckt, wie Frau Wiebke in ihrem betagten Alter noch so gut bei der Sache ist.

Beste DWZ U 1700: Simone Frübing
Beste DWZ U 1300: Lisa Zimmermann

Endstand siehe Ergebnisse

Britta Leib